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Stolpersteine
Theateraufführung für die
Jahrgänge 11 und 12


Kassandra ist in der griechischen Mythologie eine trojanische Königstochter mit der Gabe der Weissagung. Ihr Fluch ist es, dass niemand ihren Vorhersagen glaubt.

Die Schriftstellerin Christa Wolf lässt die Seherin in ihrem Roman „Kassandra“ die Ereignisse des Trojanischen Krieges aus ihrer Sicht erzählen. Die Bühnenfassung von Günter Bauer hat der Kulturring Dannenberg für das FRG auf die Bühne des Schulzentrums geholt.

Am 16. September sahen die Schülerinnen und Schüler des 11. und 12. Jahrgangs die Schauspielerin Cornelia Gutermann-Bauer als Kassandra, die sich an den Krieg in Troja und ihr Leben erinnert. Sie stellt Fragen und zweifelt, sie erkennt sich selbst und erfährt schließlich ihre eigene Kraft.

Durch die beeindruckende schauspielerische Leistung und die besonderen Lichteffekte wurde das Publikum für mehr als eine Stunde in den Bann der über dreitausend Jahre alten Geschichte gezogen und erlebte – wie es in der Pressinfo des Turmalin-Theaters heißt – „ein zeitlos-aktuelles Stück über die Entdeckung der eigenen Kraft, der Freiheit im Widerstand gegen Blendung und Betrug.“

Stolpersteinpflege 2021

Die A-Gruppen der beiden Leistungskurse Geschichte aus dem Abiturjahrgang 2021, welche von der Schulleiterin Frau Weingarten und den Kurslehrerinnen begleitet wurden, haben in Anwesenheit des stellvertretenden Bürgermeisters Herrn Behning, des Stadtdirektors Herrn Meyer sowie des SPD-Kreisvorsitzenden Herrn Schwidder und des Stadtrats Herrn Herzog die Stolpersteine für die Familien Wolff und Friedländer poliert.
Die Initiative zur Verlegung der Stolpersteine ging von Frau Meyer-Hoos vom Museum Wustrow aus und wurde dank umfangreicher Recherchearbeiten des Museums Wustrow und des Stadtarchivs Dannenberg vorbereitet. In Dannenberg ging dem ein Beschluss des Stadtrats voraus. Im März 2015 wurden die Stolpersteine von Gunter Demnig verlegt. Die Gymnasien Lüchow und Dannenberg haben die Patenschaft übernommen.
Der Stolpersteinpflege am 25.03.2021 war eine intensive Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem Schicksal der jüdischen Familien im Landkreis mittels Materialien aus dem Stadtarchiv vorausgegangen. Zudem wurden passende Themen und Materialien für die Stolpersteinpflege von der Schülerschaft ausgewählt.
Nach den Begrüßungsworten von Herrn Meyer vor der Marschtorstraße 4 trug die Schülerin Elisabeth Gleiss ihr selbst verfasstes Gedicht vor und drei weitere Abiturienten nannten antisemitisch und rassistisch motivierte Straftaten der jüngsten Vergangenheit, um deutlich zu machen, dass dem Wachhalten der Erinnerung nach wie vor eine sehr große Bedeutung zukommt. Dann wurden die Stolpersteine der jüdischen Familie Wolff poliert. Familie Wolff verließ im Sommer 1938 auf massiven Druck der Nationalsozialisten hin Dannenberg und emigrierte nach Uruguay.
Nach einem kurzen Fußmarsch erfolgte das Polieren der Stolpersteine für die Familie Friedländer, welche ihren letzten frei gewählten Wohnsitz in der Bahnhofstraße hatte. Der jüdische Arzt Dr. Otto Friedländer verstarb 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt. Ein Schüler trug das von Erich Fried verfasste Gedicht „Gegen Vergessen“ vor und fügte seine Interpretation hinzu. Schüler lasen das jüdische Lied „Hevenu Sahlom Alechem“ in verschiedenen Sprachen vor. Dieses alte jüdische Lied drückt in besonderer Weise die Sehnsucht der Juden nach Frieden aus, welcher ihnen seit Jahrtausenden immer wieder verwehrt wird.


Elisabeth Gleiss, 16.3.19
stolpeRsteine
viele Steine
große, kleine
füllen Straßen, Wege, Gassen
Wind und Regen überlassen
viele schmutzig, grau und kalt
ein paar neu, doch viele alt
tragen uns von hier nach dort
nah und fern von Ort zu Ort

haben so schon viel geseh´n,
wenn hinüber Menschen geh´n
würden gern davon berichten
viele spannende Geschichten
doch die meisten bleiben stumm
liegen unbewegt herum

ein paar gibt es, die uns bewegen,
die Aufmerksamkeit erregen
über jene stolpern wir
kommen dann zum stehen und
bleiben etwas länger hier
staunend über uns´ren Fund

gold´ne Steine winzig klein
können groß und wichtig sein
bringen uns die Botschaft nah,
die zu oft schon vergessen war
dass wir uns erinnern wollen
offen drüber sprechen sollen
was werden kann und was schon war
ist heute wieder vorstellbar

erneut passieren darf es nicht
wir stehen alle in der Pflicht
für uns´re Zukunft selbst zu sorgen
für ein lebenswertes Morgen!